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Der Blick nach unten birgt Potential

Der Blick nach unten birgt Potential

Das Unternehmen ist noch nicht einmal drei Jahre alt. Erst seit Ende 2012 fertigt Fotoboden, Kaarst, individuell bedruckbare Vinylböden. Sie kommen in 2D oder 3D, eckig, rund oder im Formschnitt, auf Bühnen, in Läden, auf Messen, in Gastronomiebetrieben, in Museen und TV Studios zu liegen. Die Möglichkeiten für Kreative sind faszinierend. Vor allem begehbare Flächen, aber auch Podeste und Warenpräsentationen lassen sich dank FOTOBODEN™ in ein Raumkonzept gestalterisch, kostengünstig und mit Überraschungseffekt einbeziehen. Man fragt sich, warum nicht schon viel eher jemand auf diese Idee kam.

Vielleicht liegt es ganz einfach am Basismaterial. FOTOBODEN™ ist ein Geschäftsbereich der Bücker GmbH aus Düsseldorf. Über anderthalb Jahre ließ das Mutterunternehmen marktübliche Vinyle auf Druckfähigkeit mit nur mäßigen Ergebnissen testen. Erst nach der Optimierung der Materialeigenschaften entstand das firmeneigene, inzwischen zum US- und Europa-Patent angemeldete Druck-Vinyl, das den Weg zur Firmengründung ebnete. Heute kann das kleine Unternehmen FOTOBODEN™ mit seinen zwölf Mitarbeitern auf den gleichnamigen, exklusiven Vinylboden alles drucken, was man sich nur vorstellen kann – vom Logo über ein Rapportmuster bis zum fotorealistischen 3D-Motiv. Voraussetzung dafür ist die Auflösung der Vorlage, die von FOTOBODEN™ entsprechend vorbereitet wird. Jedes individuelle Design, egal ob es aus Texten, Grafiken, Fotos oder Zeichnungen besteht, kann detailgetreu erstellt werden. Die fotorealistische Druckqualität hängt mit den 1,8 Milliarden aufgebrachten Bildpunkten pro Quadratmeter zusammen. Das sind vergleichsweise 200 Mal so viele, wie bei den bekannten Teppichböden und Fußabtretern.

Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Bezogen auf Visual Merchandising reichen sie von der allgemeinen Gestaltung des Verkaufsraums über den kurzfristigen Einsatz bei Promotion-Aktionen bis hin zur individuellen Schaufenstergestaltung quer durch alle Handelssparten. Nicht nur ein einheitlicher Markenauftritt ist damit möglich, sondern auch die schnelle und unkomplizierte Anpassung der Ladenfläche bei Promotions. Beispiele dafür sind Aktionsflächen mit Spielfeldern, Logo-Matten und Läufer mit Stimmungsbildern oder Schaufensterböden, die City-Pflaster frappierend echt nachbilden.

Der eigens entwickelte, zwei Millimeter starke Vinylboden wird exklusiv in Deutschland verarbeitet und international vertrieben. Leicht verlegbar, lichtecht, fleckenunempfindlich, schwer entflammbar und rutschhemmend ist er vielfach DIN- und ISO-zertifiziert. FOTOBODEN™ trägt das CE-Zeichen EN 14041 und damit den Reisepass für die EU. Die Nachhaltigkeit spielt ebenso eine wichtige Rolle, denn FOTOBODEN™ wird in Deutschland im geschlossenen Materialkreislauf recycelt.

Ansprechpartner bei der FOTOBODEN™ – Bücker GmbH ist Timo Michalik.

Mit seinen 41 Jahren hat er schon mehr auf die Beine gestellt, als andere in ihrem ganzen Leben. Das Unternehmerische liegt Ihm im Blut. Schon der Vater, Hans Jürgen Bücker, hat Firmen gegründet und Messen aufgebaut. Timo Michalik startete seine berufliche Laufbahn mit einem BWL-Studium, Schwerpunkt Marketing und IT, an der HSD, Düsseldorf.
Danach gründete er das Software-Haus Bücker, das heute einer der größten IBM-Partner in Sachen Lizenz-Optimierung ist.
Nicht genug damit, baute er etwas später die Karnevalsmesse „CarnevaleExpo“, heute „InterKarneval“ auf. Die Messe resultierte aus einer seiner Projektarbeiten während des Studiums. Er verkaufte sie 2000 an die Kölner Messe.
2003 kam Timo Michalik mit BoersenKiosk.de auf den Markt, heute Europas größtes Online-Portal für Börsenbriefe.
2012 erfolgte mit FOTOBODEN™ die vorerst letzte Firmengründung.

Timo Michalik ist aber nicht nur überaus tüchtiger Geschäftsmann, sondern auch leidenschaftlicher Familienmensch. „Weil’s Spaß gemacht hat“, hat er früh geheiratet und ist heute stolzer Vater von drei Kindern und drei Enkelkindern.

VMM: Herr Michalik, wie sind Sie auf die Idee mit FOTOBODEN™ gekommen?

Timo Michalik: Als IBM Premier Partner sind wir auf vielen Messen vertreten. Vor vier Jahren suchten wir nach einem bedruckbaren Messeboden, kamen aber nur auf Lösungen, die nicht unseren Anforderungen entsprachen. Teppichböden verschmutzen schnell und haben ein fürchterliches Druckbild. Aufkleber brauchen einen ganz glatten Untergrund und sind nicht wieder verwendbar. Außerdem kann man alle handelsüblichen PVC-Böden nicht zufriedenstellend bedrucken. Deshalb haben wir mit einem internationalen Hersteller einen neuen Boden bis zur Marktreife entwickelt und zum Patent angemeldet.

Wie läuft das Geschäft?

Gut. Es wächst und gedeiht. Wir machen das erst seit zweieinhalb Jahren. In dieser Zeit hat FOTOBODEN™ über 2000 Projekte realisiert. Vor allem Werbeflächen in Kaufhäusern, Messestände, Fernsehproduktionen und Museen.

Wie viele Mitarbeiter haben Sie?

28 bei der Software-Firma und 12 bei Fotoboden. Allein sechs der Mitarbeiter kommen von der Hochschule in Düsseldorf, die mit dem Studiengang Retail Design und damit mit dem VMM verbunden ist. Wir produzieren komplett selber in Kaarst. Nicht nur drucktechnisch gesehen. Auch einen wichtigen Teil des Designs machen wir selber. Vor allem die Großflächen. Ich behaupte mal: Wir haben mit Herrn Bätzel den besten Bodendesigner Deutschlands. Außerdem haben wir einen eigenen Fotografen, der minutiös aufgelöste Bilder erstellt.

Welche Kunden haben Sie? Nennen Sie Branchenschwerpunkte.

Mit dem Branchenschwerpunkt Messebau fing alles an. Dann kamen ganz schnell Museen und Fernsehproduktionen dazu. Danach hat uns das Visual Merchandising gefunden – für Werbeeinsätze und die Gestaltung von Ladenlokalen. Ein Highlight unserer Arbeit ist Schloss Neuschwanstein. Dort wurde der gesamte Thronsaal mit FOTOBODEN™ ausgelegt, der den darunter liegenden historischen Mosaikboden zeigt und schützt. Bei 1,5 Millionen Besuchern jährlich war dies eine Herausforderung. Für Globetrotter in Dresden haben wir eine Strand- und Dünenlandschaft gedruckt und für Fun Factory den gesamten Store in München mit 180 Quadratmeternpsychedelischen Mustern.

Was kommt am besten an?

Fotorealistische Böden wie Pflastersteine und Strände, die die Wirklichkeit nachbilden oder überraschende Böden, die die Besucher in eine andere Welt versetzen. Egal ob Jungle, Weltall oder Unterwasserwelt, der Boden muss zum Gesamtkonzept passen. Gut laufen auch gebrandete Werbematten, die in den Geschäften genutzt werden. Entweder helfen sie den Abverkauf bei Sonderplatzierungen zu steigern oder werden als optisches Highlight für Fokuspunkte eingesetzt. Diese können wir millimetergenau bis zu 3 x 15m am Stück fertigen.

Was gewinnt an Bedeutung?

Insgesamt die Thematik, den Boden als Werbe- oder Gestaltungselement zu nutzen. Böden sind die größten, ungenutzten Werbeflächen der Welt. In den letzten zweieinhalb Jahren, also seit wir das machen, haben sich unsere Zahlen vervielfacht. Aufgrund des bisherigen Mangels an verwendbaren und kostengünstigen Materialen wurde die Bodenwerbung kaum genutzt. Beim Motorsport, die Boxengasse, ist das üblich, aber sonst kennt man eigentlich nur die kleinen Fußbodenaufkleber in der Tankstelle. Da alle Menschen automatisch alle paar Sekunden zur Orientierung auf den Boden schauen, schlummert hier ein großes Potential für den stationären Handel und die Markenhersteller.

Was kostet eine Matte, ein Meter, ein Boden?

Das geht grundsätzlich nach der Quadratmeterzahl. Zwischen 25 und 35 Euro. Die Designstunde käme obendrauf. Aber es gibt eine ganze Kollektion an vorbereiteten Entwürfen, die die Kunden nutzen können und die sich den Kundenwünschen anpassen lassen.

FOTOBODEN™ ist ein Geschäftsbereich der Bücker GmbH, Düsseldorf. Welche gibt es noch?

Die Bücker GmbH ist Händler und Dienstleister für IBM-Software. Wir installieren und konfigurieren die Software unserer Kunden. Darüberhinaus entwickeln wir in unserem eigenen Nearshoring-Center kostengünstig Schnittstellen sowie umfangreiche Programme und Apps.

Gehört der Online Shop „Allesausvinyl.de“ zu Ihnen?

Meine älteste Tochter, die gerade das zweite Kind bekommen hat, betreibt diesen Online Shop. Dort können Endkunden fertige Motive auf FOTOBODEN™ kaufen. Beispielsweise Dartmatten, PR-Schecks oder Bodenschutzmatten.

Sie sagen: „FOTOBODEN™ ist keine Dauerinstallation“. Wie lange hält er denn? Wie oft ist er wiederverwendbar?

Dies ist eine der wichtigsten Eigenschaften unseres Materials, wir arbeiten grundsätzlich ohne zusätzliche Versiegelung. Die Haltbarkeit hängt hauptsächlich von der Beanspruchung durch Schmutzeintrag ab. Grundsätzlich hält er so lange wie ein Standard-PVC-Boden, also viele Jahre. Wir haben Museumsprojekte realisiert, bei denen der Boden zwei Jahre lang täglich von 2.500 Besuchern begangen wurde, ohne sichtliche Beschädigung. Ein anderes Beispiel war der Eingangsbereich der EuroShop 2015. Die 100 Quadratmeter Fläche mit dem Veranstaltungslogo war nach mehr als 150 000 Begehungen noch vollkommen unbeschädigt. Gerade bei Promotions können sie den Boden einrollen und vielfach wiederverwenden. Stolz bin ich darauf, dass unser Boden zu 100 Prozent im geschlossenen Materialkreislauf wiederverwendbar ist. Meine Kinder und Enkel werden es zu schätzen wissen.

Wie breit kann die bedruckte Rollenware sein?
Zwei Meter, drei Meter oder mehr?

Aktuell drei Meter maximal. Wir können Super-XXL-Werbemattem mit einer Größe von 3 x 15 Metern erstellen, also 45 Quadratmeter am Stück. Größere Flächen werden aus mehreren Bahnen zusammen gefügt, sodass wir auch einzelne Bilder und Grafiken in 1.000 Quadratmetern und mehr fertigen können. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt.

Ab wie vielen Bildpunkten wird das Druckergebnis vernünftig?

Das liegt nicht zwangsläufig an den Bildpunkten. Beim Eingangsformat reichen uns oft 80 dpi, da sonst die Bilddateien zu groß werden. Wir konvertieren die Daten, sodass wir mit fotorealistischen 1.080 dpi drucken, also 1,8 Milliarden Pixeln je Quadratmeter.

Auf welche Ihrer Arbeiten sind Sie besonders stolz?

(lacht) Auf meinen Sohn. Unser kleiner Nachzügler Sam Adam Michalik. Das war meine beste Arbeit bisher.

Entwickeln Sie gerade etwas Neues?

Da gibt es zwei Projekte. Wir schaffen eine Verbindung zwischen unseren Fotoböden und der Software im Bereich Augmented Reality. Das heißt, dass wir multimediale Inhalte in unser Bodendesign mit einbinden. Außerdem arbeiten wir an einem objektgeeigneten FOTOBODEN™ für Büros und Arztpraxen. Die Nutzschicht unseres jetzige Material ist noch zu dünn für die dauerhafte Nutzung mit Bürostühlen.
Aber auch das kriegen wir hin.

Das Interview führte Sabine Fanny Karpf

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